Ministerin Eisenmann: Religionsunterricht wichtige Stütze für eine multikulturelle Gesellschaft

Zu einer Podiumsdiskussion luden am 22. Mai die beiden theologischen Fakultäten der Eberhard Karls Universität Tübingen ein.
Unter dem Titel „Was trägt der Religionsunterricht an beruflichen Schulen für die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft bei?“, diskutierte Kultusministerin Susanne Eisenmann mit den Bischöfen Dr. Gebhard Fürst (kath.) und Dr. H.c. Frank Otfried July (ev.) sowie Vertreter/-innen der Wirtschaft.
Eisenmann betonte dabei den zentralen Beitrag, den der konfessionelle Religionsunterricht Gesellschaft und Wirtschaft leiste. „Die Vermittlung von Werten und Normen ist in einer multikulturellen Gesellschaft wichtiger denn je“, so ihre These.
Im Mittelpunkt ihres Vortrags buchstabierte Eisenmann die drei W`s des RU aus: WWW stehe für „Werte bewahren, Wissen erwerben, Wandel gestalten“. Religionsunterricht gebe den jungen Erwachsenen Orientierung und helfe ihnen beim Finden und Reflektieren der eigenen Identität. Er behandele die Grundfragen des Menschseins und sei somit zentrales Fach in puncto „Welterschließung“.
Bischof Fürst mahnte in seinem Statement an, dass „Menschen nicht Opfer der Digitalisierung werden dürfen, sondern darin einen Mehrwert für ihr Leben finden müssten.“ Durch die heutige religiöse Heterogenität sei eine Bildung, die sich am einzelnen Subjekt orientiere, unerlässlich. „Die verschiedenen Religionen in unserer Gesellschaft sind eine neue Herausforderung,“ so Fürst weiter.
Landesbischof July appellierte an die Kirchen, sich nicht aus der Welt zurückzuziehen. Der Religionsunterricht sei die Möglichkeit, mit den Jugendlichen und der Welt im Gespräch zu bleiben.
Frau Dr. Daniela Eberspächer-Roth und Herr Karl Schäuble, die als Vertreter der Wirtschaft geladen waren, betonten, dass die Wertediskussion für die Unternehmen zentral sei. Gerade durch die Globalisierung sei ein Wissen über Religionen immer wichtiger, aber auch im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung leiste der Religionsunterricht einen wichtigen Beitrag.
Simon Lienhard vom VKRF merkte in der anschließenden Fragerunde an, dass das Ersatzfach Ethik endlich flächendeckend angeboten werden müsse. „Es gibt Religion oder Ethik und nicht Religion oder Freistunde,“ so sein Appell vor allem in Richtung der Ministerin.

mef
Ministerin Eisenmann mit Christiane Schababerle-Wagner und Simon Lienhard vom VKRF
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