Tagung des BKRG in Würzburg

Nach langer Anwerbephase seitens des BKRG (Bundesverband der katholischen Religionslehrer und -lehrerinnen an Gymnasien e.V.), einem sehr positiven Meinungsbild der Mitglieder auf der Gymnasialtagung in Rastatt 2017 und der Zustimmung im Vorstand des VKRF sind wir als Freiburger Religionslehrerverband jetzt ebenfalls Mitglied in diesem großen Bundesverband. Michael Längle berichtet an dieser Stelle über diese neue Mitgliedschaft und das Treffen des BKRG im Frühjahr.

Was bringt uns eigentlich die Mitgliedschaft?

– Eine sehr gute deutschlandweite Vernetzung

– Direkter Kontakt zur Kommission 7 (Bildung) der Dt. Bischofskonferenz

– Intensiver länderübergreifender kollegialer Austausch in Sachen RU am Gymnasien

– Eine starke Lobby

– Unterschiede und Veränderungen in Sachen RU wahrnehmen und reagieren können

– Voneinander Lernen und Profitieren

Freitag

Bei teilweise eisigen Temperaturen und Neuschnee am Sonntag fand die diesjährige Tagung vom 16. – 18.3.2018 im Burkardushaus in Würzburg statt.

Mit großer Freude der Mitglieder wurde der VKRF willkommen geheißen, anschließend die anderen Mitglieder vorgestellt.

Als Gastgeber des Bistums Würzburg begrüßte Prälat Günther Putz (Schulreferent) die BKRG-Teilnehmer. Seiner Einschätzung nach muss sich Kirche von einer Repräsentationskirche zu einer Inhaltskirche wandeln. Ausdrücklich wies er darauf hin, dass es dafür die ReligionslehrerInnen brauche. Gerade in der Bildungsdiskussion müsse deutlicher betont werden, dass Religion zu einer ganzheitlichen Bildung dazugehöre. Denn Religion ist eine öffentliche Sache und eben keine Privatsache. Dafür setzt sich Prälat Putz ein.

Er betont, dass Schulen pastorale Räume seien, in denen Kirche ihre diakonische Struktur auch zum Zuge kommen lassen kann.

Nach dem Rechenschaftsbericht des Vorstands am Abend, der neben der breiten vernetzenden Tätigkeit des Vorstandes vor allem durch die Aktivitäten auf dem diesjährigen Katholikentag in Münster mit einer starken Präsenz des BKRG geprägt war, begaben sich die Mitglieder zum traditionellen Gedenkläuten in Erinnerung an die Zerstörung Würzburgs am 16.3.1945 auf die Mainbrücke.

Samstag

 Der Samstag war geprägt durch den spannenden fachlichen Teil zum ästhetischen Lernen im RU, der durch Frau Prof. Dr. Claudia Gärtner (TU Dortmund) für die BKRG-Mitglieder gestaltet wurde. Über die Funktion des Bildes im RU, Tendenzen in der zeitgenössischen Kunst – hier wurden hochinteressante Bezüge zwischen Kunst und Theologisch/Existentiellen Themen deutlich – , bis zur Binnendifferenzierung in heterogenen Lerngruppen wurde den Teilnehmern die aktuelle Relevanz des ästhetischen Lernens verdeutlicht.

Am Nachmittag standen die Berichte aus den Mitgliedsverbänden im Vordergrund. Dabei wurde deutlich, dass das Modell des Konfessionell-Kooperativen RU nun in vielen Diözesen umgesetzt wird – und natürlich noch mit Fragen und Unsicherheiten behaftet ist. Der Weg in den deutschen Diözesen hin zu einem verstärkten konfessionell-kooperativen RU scheint aber klar zu sein – nur das Erzbistum Köln weigert sich noch…(es soll aber weitere Gespräche geben) -, ebenso dass die Bischöfe die Notwendigkeit dieses Weges erkannt haben.

Als Referent der Kommission 7 der DBK war Dr. Andreas Verhülsdonk während der ganzen Tagung zu Gast und konnte zu diesen Dingen Auskunft geben.

Sonntag

 Mit Erzbischof Hans-Josef Becker (Paderborn), Vorsitzender der Kommission 7 der DBK feierten wir am Sonntagmorgen gemeinsam die Eucharistie. Nach dem anschließenden Frühstück schloss sich ein interessantes Gespräch mit dem Vorsitzenden der Bildungskommission der DBK an.

Dabei wurde mehr als deutlich, dass wir mit Erzbischof Becker einen wichtigen Fürsprecher in Sachen RU haben, der ebenso deutlich erkennen ließ, dass er die Zeichen der Zeit verstanden hat!

So hinterlassen seiner Wahrnehmung nach die Säkularisierungsprozesse erkennbare Auswirkungen auf den RU. Die Zahl der getauften SchülerInnen geht zurück mit entsprechenden Auswirkungen auf die Gruppengröße. Dabei gibt es beträchtliche regionale Unterschiede, dies gilt auch für die Gestaltung des RU insgesamt.

Erzbischof Becker betonte, dass das Schreiben der Bischöfe zum RU von vielen Seiten unterstützt wird. In der DBK bestehe ein Grundkonsens über die zukünftige Entwicklung des Religionsunterrichts. Es wurde klar, dass der Vorsitzende der Kommission 7 unsere Situation sehr realistisch sieht.

Seiner Ansicht nach kommt es zuallererst auf die profilierte Lehrerpersönlichkeit an – diese sei von entscheidender Bedeutung.

EB Becker berichtet weiter, dass die Kommission 7 die Schulpastoral als bedeutsames kirchliches Handlungsfeld sieht und deshalb eine Erklärung dazu erarbeitet werden soll.

Auch die Bildungskongregation des Vatikan hat einen Text zur Bildung veröffentlicht.

Im anschließenden Gespräch mit EB Becker wurde ein bundesweiter Religionslehrertag angeregt. Er unterstützt diese Idee, plädiert jedoch für eine sorgfältige Vorbereitung.

Im weiteren Verlauf des Gespräches kommen die Mitgliedsverbände mit ihren Sorgen und Beobachtungen in Sachen RU zu Wort. Vor allem die Zukunft des RU und die Frage wie der konfessionell kooperative RU umgesetzt werden kann, aber auch das teilweise öffentliche Zurückdrängen des RU seitens einzelner Schulbehörden kommen zur Sprache. Der Erzbischof ermuntert dabei die Mitglieder, sich bei Schwierigkeiten und Problemen an die Kommission 7 zu wenden, bzw. diese zu auf jeden Fall zu melden!

Zum Abschluss sicherte Erzbischof Becker uns und dem RU seine Unterstützung zu:

„Ich stehe an Ihrer Seite und hinter Ihnen!“ Und: „Lassen Sie sich Ihren Humor nicht nehmen, sonst hält man es in dieser Firma nicht aus.“

In diesem Sinne und für diesen Tagungsbericht:

Michael Längle

 

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