Rückblick auf eine erfolgreiche Jahrestagung BS

„Gott ist immer gerade heute Gott“ –  Vom Herrn der biblischen Geschichte

Vom 25.-27.November 2015 fand im Bildungshaus St.Bernhard in Rastatt die Jahrestagung der Religionslehrerinnen und Religionslehrer an den Beruflichen Schulen auf dem Gebiet der Erzdiözese Freiburg statt. Diese gemeinsame Fortbildungsveranstaltung der Erzdiözese Freiburg (Abteilung III: Bildung, IRP), des Landes Baden-Württemberg und des VKRF erfreut sich seit Jahrzehnten großer Beliebtheit und war auch 2015 komplett ausgebucht.

Die große Teilnehmerzahl an der Jahrestagung BS spricht zum einen für das hohe Niveau dieser Fortbildung und zeigt zum anderen die Wichtigkeit, die das Beisammensein in diesem Rahmen und die erlebbare Gemeinschaft für viele Kolleginnen und Kollegen hat. Hier leistet der VKRF seit Jahrzehnten einen wertvollen Beitrag im Fortbildungsbereich für den Religionsunterricht.

Thematisch befasste sich  die Jahrestagung 2015 mit dem Thema Bibel. Die Bibel drückt immer ein Ringen um den Glauben an Gott aus, der wandelbar, veränderbar und dynamisch ist. Dr. Gregor Taxacher legte in seinem Eröffnungsreferat am Mittwoch Nachmittag „Gott ist gerade heute Gott – vom Herrn der biblischen Geschichte“  den Schwerpunkt auf die Theologie der Geschichte des Volkes Israels. Anhand von drei skizzierten Wendezeiten in der Geschichte des Volkes Israel zeigte Taxacher auf, wie sich Israel immer wieder neu die Frage nach seinem Glauben und Gottesbild stellte. In einem letzten Punkt stand die Frage im Raum, in welcher Wendezeit wir uns heute befinden, und welche Fragen und Auswirkungen dies auf unser Gottesbild haben könnte.
An den sehr ansprechenden Vortrag schloss sich ein intensiver uns lebhafter Austausch im Plenum an.

Am Mittwoch Abend stand die Verbandssitzung des VKRF an. Schwerpunkte waren der Rechenschafts- und Kassenbericht des Verbandsvorstandes, dem die einstimmige Entlastung des Vorstandes folgte, die vorgeschlagenen Satzungsänderungen und der Ausblick auf die Wahlen im Frühjahr 2016. Es ist erfreulich, dass sich aus dem Beruflichen Bereich mit Thomas vom Brocke, Ulrich Purschke und Simon Lienhard drei Kandidaten fanden, die für den Verbandsvorstand kandidieren werden. Maria Busath gehört als neue Vertreterin der MAV ebenfalls dem Verbandsvorstand an.

Der Donnerstag stand – nach Morgenlob und Frühstück – zunächst ganz im Zeichen der vielfältigen Arbeitskreise, die das Tagungsthema in verschiedene Blickwinkel hinein konkretisierten. Anschließend fand eine Podiumsdiskussion mit Frau Orth und Herrn Weinzierl vom Erzbischöflichen Ordinariat, Herrn Müller vom Regierungspräsidium Freiburg und Weihbischof Dr. Gerber statt. Diese Runde war stark vom Thema der Flüchtlinge und den immer zahlreicher entstehenden „Flüchtlingsklassen“ geprägt.  Die Schulabteilung der Erzdiözese Freiburg unterstützt in vielfältiger Art und Weise den Religionsunterricht in solchen Klassen.

Herr Müller berichtete sehr anschaulich über seinen Besuch einer Schulturnhalle in Konstanz, in der ca. 180 Flüchtlinge vorübergehend untergebracht werden sollen und erläuterte die Herausforderungen und Schwierigkeiten, die das RP zu bewältigen hat. Sehr eindrücklich waren auch die Berichte von Dr. Gerber, der von seinen zahlreichen Begegnungen in der Erzdiözese Freiburg berichtete. Im Anschluss an die Podiumsdiskussion fand eine Eucharistiefeier mit Weihbischof Gerber statt, in der das Thema der Flüchtlinge erneut aufgegriffen wurde. Der sehr schöne Gottesdienst wurde wie in den vergangenen Jahren von unseren Musikern lebhaft und mitreißend begleitet.

Am Freitagvormittag hielt Professor Dr. Christian Rösler von der Katholischen Hochschule Freiburg seinen Vortrag mit dem Titel „Die Tiefenpsychologie C.G.Jungs und die Bibel“.
Nach einer Einführung in die Denkweise C.G.Jungs zeigte uns Professor Dr. Rösler auf, wie mit den bibischen Geschichten von Jesus, den Wundergeschichten oder zum Beispiel dem Tod und der Auferstehung tiefenpsychologisch gearbeitet werden kann. Diese Geschichten bieten wertvolle Impulse für notwendige, innere Transformationsprozesse, die Heilung ermöglichen können.

Am Freitag Nachmittag überraschte und begeisterte uns Heidrun Schweda. Sie ist Schauspielerin und Stimmtrainerin und gab uns in lebhafter Art und Weise Tipps und Hinweise, wie Stimme, Atmung und Körperhaltung genutzt werden können, um begeistern und überzeugen zu können – auch beim Arbeiten mit Bibeltexten.

Mein Dank gilt an dieser Stelle all denjenigen, die sich das ganze Jahr über im Vorbereitungsteam für diese Jahrestagung engagiert oder sich durch die Übernahme eines Arbeitskreises oder in sonstiger Mithilfe für das Gelingen dieser Jahrestagung eingesetzt haben. Es war wieder eine intensive und gewinnbringende Zeit in Rastatt.

Schon jetzt lade ich Sie recht herzlich zur Jahrestagung 2016 ein!

Simon Lienhard, 1. Vorsitzender VKRF

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