VKRF-Vorstand nimmt zum neuen Entgeltgruppenverzeichnis für Angestellte der Erzdiözese Stellung

Der Berufsverband der Religionslehrerinnen und Religionslehrer in der Erzdiözese Freiburg hat das neue Entgeltgruppenverzeichnis für die Angestellten der Erzdiözese Freiburg zur Kenntnis genommen.

Mit Sorge und Verwunderung fällt uns darin die Eingruppierung derjenigen Kolleginnen und Kollegen auf, die in Sonderkursen wie zum Beispiel dem Würzburger Kurs ausgebildet wurden, und der Kolleginnen und Kollegen, die an kirchlichen Hochschulen den Studiengang „Religionspädagogik“ abgeschlossen haben.

Gerade im Hinblick auf die Eingruppierung von Religionslehrerinnen und Religionslehrer, die ein Studium an einer Pädagogischen Hochschule absolviert haben, sehen wir eine zu deutliche Diskrepanz, die die tatsächliche Arbeit an den Schulen und die Qualität der absolvierten Ausbildungen nicht widerspiegelt.

Besonders deutlich wird dies im Hinblick auf die Kolleginnen und Kollegen, die an Grund-, Haupt-, Real-, und Sonderschulen eingesetzt sind.

Lehrkräfte mit PH-Abschluss erhalten beispielsweise an Grund-, Haupt- und Werkrealschulen Entgeltgruppe 11, an Real- und Sonderschulen mit 2. Staatsexamen sogar Entgeltgruppe 13. Religionslehrerinnen und Religionslehrer, die einen Sonderkurs wie zum Beispiel den Würzburger Kurs absolviert haben, werden vier Entgeltgruppen schlechter in Entgeltgruppe 9 eingestuft. Für diese Gruppierung gibt es auch nicht mehr die Möglichkeit, über einen Bewährungsaufstieg die Entgeltgruppe 10 zu erreichen.

Es steht für uns als Berufsverband außer Frage, dass gerade die kirchlichen Ausbildungen eine hohe theologische und religionspädagogische Kompetenz vermitteln. Es erscheint uns wichtig, dass der Wert und die Qualität dieser kirchlichen Ausbildungen und Studien von Seiten der Erzdiözese Freiburg gegenüber dem Land deutlich gemacht und vertreten werden.

Es ist uns bewusst, dass sich die Erzdiözese Freiburg bei ihrer Eingruppierung auch an den staatlichen Rahmenbedingungen orientieren muss. Ebenso wissen wir, dass eine Bezahlung nur im Hinblick auf die tatsächliche Tätigkeit ohne Berücksichtigung der verschiedenen Studienabschlüsse nicht realisierbar ist – auch wenn dies möglicherweise die gerechteste Form der Entgelteingruppierung wäre.

Die durch kirchliche Abschlüsse ganz spezifisch ausgebildeten Religionslehrerinnen und Religionslehrer leisten bei gleicher Tätigkeit wie ihre staatlich ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen an den Schulen einen wertvollen Dienst. Es ist wichtig, dass es diese Berufsgruppe gibt, gerade auch weil viele bereit sind, stundenweise oder mit reduziertem Deputat zu unterrichten und ihr Studium oder ihre Ausbildung ganz speziell für den Religionsunterricht angeboten wurde.

Wir brauchen auch in Zukunft Frauen und Männer, die bereit sind, sich durch Sonderkurse oder an kirchlichen Hochschulen für einen Dienst als Religionslehrerinnen und Religionslehrer zu qualifizieren.

Wir würden es deshalb sehr begrüßen, wenn die Erzdiözese Freiburg die Eingruppierung dieser Kolleginnen und Kollegen überdenken und sich für eine Besserstellung derselben einsetzen würde.

Dies brächte nicht nur eine Wertschätzung für die hervorragende Arbeit dieser Kolleginnen und Kollegen zum Ausdruck und stünde für eine gerechtere Entlohnung bei gleicher Arbeit, sondern würde auch die kirchlichen Ausbildungsabschlüsse deutlich stärken.

Königsbach-Stein, 24.11.2013

Für den Vorstand des VKRF

Simon Lienhard, 1.Vorsitzender

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