Diözesanversammlung: Offenheit, Vertrauen und echtes Zuhören

Vom 25. bis 28. April fand in Freiburg unter dem Leitwort „Christus und den Menschen nah“ die Diözesanversammlung in Freiburg statt. Für den VKRF war Simon Lienhard mit dabei.

Rund 300 Frauen und Männer waren eingeladen, an Empfehlungen für die Zukunft der Kirche in unserer Erzdiözese zu arbeiten und den Erzbischof zu beraten. Etwa die Hälfte der Teilnehmer/-innen kam aus dem Kreis der diözesanen Räte wie dem Diözesanrat, dem Diözesanpastoralrat, der Kirchensteuervertretung, etc. Die andere Hälfte waren vom Erzbischof persönlich berufene Teilnehmer/-innen, die vornehmlich aus den verschiedenen Verbänden und Gemeinschaften unserer Erzdiözese kamen.
Als Vorsitzender unseres Verbandes hat es mich sehr gefreut, dass ich als Vertreter des Religionslehrer/-innenverbandes zur Teilnahme an der Diözesanversammlung berufen wurde. Es zeigt uns, dass wir als VKRF Bestandteil dieser Diözese sind und dass den Anliegen der Religionslehrerinnen und Religionslehrer Beachtung geschenkt wird.
Da in den Medien bereits ausführlich über die Diözesanversammlung berichtet wurde (u.a. Konradsblatt, Homepage Erzbistum, …), möchte ich mich an dieser Stelle auf die Schilderung einiger persönlicher Eindrücke beschränken.

VKRF- Vorsitzender S. Lienhard in der Kleingruppenarbeit
VKRF- Vorsitzender S. Lienhard in der Kleingruppenarbeit
  • Ich habe eine perfekt organisierte Veranstaltung erlebt, in der 300 profilierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer miteinander im Gespräch zur Zukunft der Kirche waren. Es war eine große Bereitschaft spürbar, sich in der Kirche zu engagieren, sich einzubringen und neue Wege zu bedenken. Ich habe in vielen Gesprächen ein Klima der Offenheit, des Vertrauens und echten Zuhörens erlebt. Deutlich wurde der Wunsch vieler Teilnehmer/-innen nach echten Reformen und Veränderungen. Die Empfehlungen der Diözesanversammlung können sicherlich nicht alle sofort umgesetzt werden, aber es werden konkrete Schritte und Entscheidungen seitens der Bistumsleitung erwartet.
  • Ein starker Impuls kam bereits zu Beginn von den Freiburger Theologieprofessoren Peter Walter und Magnus Striet. Professor Walter hat ja bereits auf der Jahrestagung 2012 in Rastatt zum Thema „Vaticanum II und Zukunft der Kirche“ einen ausgezeichneten und bereichernden Vortrag gehalten; sein Vortrag ging nun in eine ähnliche Richtung. Professor Striets Forderung an die Kirche, sich (endlich) mit der Moderne zu versöhnen und seine positive Wertschätzung der Freiheit des heutigen Menschen mit all ihren Chancen und Risiken haben mich und viele Teilnehmer/-innen sehr angesprochen.
  • Leider war der zeitliche Rahmen sehr eng gesteckt. So war es nicht möglich, in der kurzen Zeit noch kreativere, differenziertere und visionärere Empfehlungen zu formulieren. Es bleibt zu hoffen, dass daran weiter gearbeitet werden kann.
  • Erfreulich finde ich, dass es uns gelungen ist, die Schulen und den Religionsunterricht, die im Vorfeld der Diözesanversammlung in den erarbeiteten Themenentwürfen kaum eine Rolle spielten, immer wieder ins Gespräch zu bringen. Ich war der Themengruppe 10 – Missionarische Pastoral zugeteilt, zusammen mit Dk Dr. Mehlmann und 28 weiteren Personen. Es war uns in der Gruppe wichtig, dass wir in unseren Empfehlungen darauf hinwiesen, dass missionarische Pastoral neben dem Aufbrechen in bisher unentdeckte Orte auch bedeutet, diakonische Orte wie die Schulen, Kindergärten, Heime etc. stärker in den Blick zu nehmen. Meiner Meinung nach konnten wir ein Bewusstsein schaffen für die Chancen, die der Religionsunterricht bietet, zugleich jedoch auch deutlich machen, dass wir Religionslehrer/-innen keine „Allzweckwaffen“ sind und auf vielfältige Unterstützung seitens der Gemeinden und Kirche angewiesen sind. Beispielhaft haben wir deshalb in unseren Empfehlungen auf die Notwendigkeit eines weiteren Ausbaus spiritueller Angebote für Erzieher/-innen und Lehrer/-innen hingewiesen.

Abschließend möchte ich sagen, dass es sehr volle und anstrengende Tage waren, die aber durchaus Hoffnung für die Zukunft unserer Kirche gemacht haben. Die vielen Gäste aus den anderen Diözesen Deutschlands haben uns mit ihrem Blick von außen auch dafür sensibilisiert, dass so ein Forum und Miteinander in vielen Gegenden in Deutschland nicht möglich wäre. So ist es vielleicht das stärkste Zeichen gewesen, die Bistumsleitung, allen voran den Erzbischof, als „normale“ Teilnehmer unter uns erlebt zu haben, zuhörend, mitdiskutierend, interessiert und wertschätzend. Es bleibt zu hoffen, dass sich Erzbischof Zollitsch an seinen abschließenden Worten messen lässt und sich aus unseren Empfehlungen sichtbare Schritte für die Zukunft unserer Diözese ergeben.

Simon Lienhard

Den Vortrag von Prof. Striet finden Sie hier als PDF.
Den Vortrag von Prof. Walter finden Sie hier als PDF.

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